... newer stories
Donnerstag, 13. November 2008
Im Sommer achtzehn Jahre
violinista, 10:46h
Im Winter ein Jahr läuft heute an und ich werde zusehen, dass ich ihn, mit vielen Taschentüchern bewaffnet und einem lieben Menschen an meiner Seite, so bald wie möglich sehen kann.
Der Tod meines Bruders liegt zwar weitaus länger zurück als der Verlust, den Lilli in dem Film zu verarbeiten hat und selbstverständlich wird es gewaltige Unterschiede geben, aber sicherlich auch sehr, sehr viele Parallelen, die vieles von dem, an das ich nicht mehr täglich denke, wieder hochkommen lassen werden.
Auch wenn ich nicht genau abschätzen kann, welche emotionalen Auswirkungen der Film auf mich haben wird, so habe ich doch das Gefühl, dass ich ihn unbedingt sehen muss. Selbst nach knapp achtzehn Jahren noch.
Der Tod meines Bruders liegt zwar weitaus länger zurück als der Verlust, den Lilli in dem Film zu verarbeiten hat und selbstverständlich wird es gewaltige Unterschiede geben, aber sicherlich auch sehr, sehr viele Parallelen, die vieles von dem, an das ich nicht mehr täglich denke, wieder hochkommen lassen werden.
Auch wenn ich nicht genau abschätzen kann, welche emotionalen Auswirkungen der Film auf mich haben wird, so habe ich doch das Gefühl, dass ich ihn unbedingt sehen muss. Selbst nach knapp achtzehn Jahren noch.
... link (1 Kommentar) ... comment
Dienstag, 4. November 2008
Dienstag: Vollkornbrot mit Leinsamen
violinista, 10:54h
Mit der Angst im Nacken betrat ich heute morgen die Bäckerei. Versuchte mir zwar einzureden, hey, Frau Vau, du bist hier schließlich die Kundin und somit Königin, und daher müssten die jetzt Angst vor dir haben und nicht andersrum, hey, Frau Vau, du hast die in der Hand mit deinem Kaufverhalten, und du könntest auch zur Cheffin rennen und dich beschweren und du könntest es im ganzen Dorf herumerzählen, aber trotzdem, alles gute Zureden nützte wenig, es blieb bei diesem sehr unguten Gefühl beim Betreten des Ladens. Ein wenig war es so wie früher in der Schule, wenn man den Bus verpasst hatte, oder der Bus war einfach nur zu spät dran und man konnte gar nix dafür, aber sowas konnte man letzten Endes ja doch nie beweisen, und man musste diese Tür öffnen und dann reinkommen und es irgendwie schaffen, einen Eintrag ins Klassenbuch zu vermeiden.
So war das also heute morgen, zumindestens ganz ähnlich. Denn gestern, da war Montag, und einen klitzekleinen Moment lang hatte ich nicht daran gedacht, dass Montag war, es fühlte sich überhaupt kein bisschen an wie Montag, denn die Zweitklässlerin hatte schulfrei und begleitete mich und durfte sich ein Brot aussuchen, völlig untypisch für einen Montagmorgen. Also, bevor ich meine Standardfrage stellte, die Frage, die ich immer in dieser Bäckerei stelle, fühlte sich alles für mich so ganz und gar nicht nach Montag an und ganz abgesehen davon möchte ich eigentlich auch überhaupt gar nicht über den Wochentag nachdenken, bevor ich meine Frage stelle, die Standardfrage, die ich immer in dieser Bäckerei stelle, und so rein aus Prinzip würde ich es sowieso ablehnen, über den Wochentag nachzudenken in diesem Zusammenhang, da es ja auch darum irgendwie geht, dass man eben nicht über den Wochentag nachdenken muss als Kundin, wenn man ein frisches Brot kaufen möchte, sondern dass es eben einfach frisch ist, das Brot, das man bekommt. Und eigentlich sogar auch ohne extra nachzufragen. Und solange das so nicht ist, werde ich meine Frage stellen, immer und immer wieder und denen so lange damit auf die Nerven gehen, bis sie endlich mal ein Schild aufstellen, so ein Brot-vom-Vortag-Schild.
"Ist das Brot von heute?"
Diese Frage also, meine Standardfrage, fiel gestern ausgerechnet auf einen Montag, und wurde auf Grund dessen als Unverschämtheit schlechthin aufgefasst. Empörung, Spott und Hohn schlugen mir entgegen. Dass ja heute Montag sei, und wenn das Brot nicht von heute wäre, dann wär es ja wohl von Freitag, und das sei ja wohl ein Ding der Unmöglichkeit, dass ich auch nur im Geringsten annehmen könnte, dass ein Brot vom Freitag am Montag immer noch da rumliegen würde. Und sie würden ohnehin nur Brot vom Tag selbst verkaufen, und wenn es vom Vortag sei, dann müsse das doch deklariert sein. Woraufhin ich dann endlich auch mal zum Zuge kam und meinte, ja eben, weil es eben in dieser Bäckerei grundsätzlich so sei, dass es nicht deklariert ist und ich mir nicht die Backtage für jede einzelne Brotsorte merken möchte, dass ich eben genau deshalb immer nachfrage, ob das Brot von heute sei. Nein, nein, es sei ja immer vom Tag selbst, außer das Vollkornbrot, und das würden sie eben halt auch nicht deklarieren, aber da sei das ja schließlich auch egal, weil sich das ja ohnehin länger hält. Ja eben, und darum frage ich eben meistens nach, weil ich ja sonst immer ein Vollkornbrot hole, nur eben heute nicht, und dass es mir aber auch beim Vollkornbrot nicht egal ist, und ich deshalb immer nachfrage. Und dass heute ja aber auch die Zweitklässlerin mit dabei ist und sie sich ein Brot aussuchen durfte, und woher soll ich wissen, dass sie zwar die Vollkornbrote nicht deklarieren aber die andern schon, wenn ich die andern sonst ja nie verlange, und überhaupt sei die Anwesenheit der Zweitklässlerin ja auch mit ein Grund dafür, dass ich nicht daran gedacht habe, dass heute Montag ist, und ich möchte doch einfach nur wissen, ob das Brot von heute ist, und es ist, und dann ist doch eigentlich auch alles gut.
Und heute morgen war auch alles gut. Da gibt es nämlich dann noch diese eine, aber wirklich auch nur die, diese eine, einzige, wirklich freundlich Verkäuferin in dieser Bäckerei. Die dort so völlig aus der Reihe tanzt und es über die Jahre hinweg schafft, ihre Freundlichkeit zu behalten, trotz geballter Unfreundlichkeit rundum. Ein regelrechtes Phänomen. Jedenfalls hatte ich heute morgen das Glück, genau auf diese Eine zu treffen mit meinem Vollkornbrotwunsch und meiner Frage, und ich fühlte mich wie Bus verpasst und dann auf den Vertretungslehrer getroffen, dem alles ganz egal war, wer wann wie wo eintrudelt in den Klassensaal und den das Klassenbuch nicht interessierte und der zudem noch freundlich blieb. Und mir wurde bestätigt, dass das Brot von heute sei, denn heute sei Dienstag, und am Dienstag würde immer genau dieses Brot frisch gebacken. Und plötzlich fragte ich mich, ob das alles nicht nur eine Falle ist, und ob ich nicht nächsten Dienstag wieder bei der Kollegin lande, und die fragt mich dann ab zu den Brotsorten, die dienstags auf dem Backplan stehen, mit drohendem Zeigefinger, versteht sich.
Und was ist eigentlich am Samstag?
Sind bei denen sämtliche Brote dann vom Vortag? An einem sehr, sehr mutigen Samstagmorgen werde ich dieser Sache einmal genauer auf den Grund gehen müssen.
So war das also heute morgen, zumindestens ganz ähnlich. Denn gestern, da war Montag, und einen klitzekleinen Moment lang hatte ich nicht daran gedacht, dass Montag war, es fühlte sich überhaupt kein bisschen an wie Montag, denn die Zweitklässlerin hatte schulfrei und begleitete mich und durfte sich ein Brot aussuchen, völlig untypisch für einen Montagmorgen. Also, bevor ich meine Standardfrage stellte, die Frage, die ich immer in dieser Bäckerei stelle, fühlte sich alles für mich so ganz und gar nicht nach Montag an und ganz abgesehen davon möchte ich eigentlich auch überhaupt gar nicht über den Wochentag nachdenken, bevor ich meine Frage stelle, die Standardfrage, die ich immer in dieser Bäckerei stelle, und so rein aus Prinzip würde ich es sowieso ablehnen, über den Wochentag nachzudenken in diesem Zusammenhang, da es ja auch darum irgendwie geht, dass man eben nicht über den Wochentag nachdenken muss als Kundin, wenn man ein frisches Brot kaufen möchte, sondern dass es eben einfach frisch ist, das Brot, das man bekommt. Und eigentlich sogar auch ohne extra nachzufragen. Und solange das so nicht ist, werde ich meine Frage stellen, immer und immer wieder und denen so lange damit auf die Nerven gehen, bis sie endlich mal ein Schild aufstellen, so ein Brot-vom-Vortag-Schild.
"Ist das Brot von heute?"
Diese Frage also, meine Standardfrage, fiel gestern ausgerechnet auf einen Montag, und wurde auf Grund dessen als Unverschämtheit schlechthin aufgefasst. Empörung, Spott und Hohn schlugen mir entgegen. Dass ja heute Montag sei, und wenn das Brot nicht von heute wäre, dann wär es ja wohl von Freitag, und das sei ja wohl ein Ding der Unmöglichkeit, dass ich auch nur im Geringsten annehmen könnte, dass ein Brot vom Freitag am Montag immer noch da rumliegen würde. Und sie würden ohnehin nur Brot vom Tag selbst verkaufen, und wenn es vom Vortag sei, dann müsse das doch deklariert sein. Woraufhin ich dann endlich auch mal zum Zuge kam und meinte, ja eben, weil es eben in dieser Bäckerei grundsätzlich so sei, dass es nicht deklariert ist und ich mir nicht die Backtage für jede einzelne Brotsorte merken möchte, dass ich eben genau deshalb immer nachfrage, ob das Brot von heute sei. Nein, nein, es sei ja immer vom Tag selbst, außer das Vollkornbrot, und das würden sie eben halt auch nicht deklarieren, aber da sei das ja schließlich auch egal, weil sich das ja ohnehin länger hält. Ja eben, und darum frage ich eben meistens nach, weil ich ja sonst immer ein Vollkornbrot hole, nur eben heute nicht, und dass es mir aber auch beim Vollkornbrot nicht egal ist, und ich deshalb immer nachfrage. Und dass heute ja aber auch die Zweitklässlerin mit dabei ist und sie sich ein Brot aussuchen durfte, und woher soll ich wissen, dass sie zwar die Vollkornbrote nicht deklarieren aber die andern schon, wenn ich die andern sonst ja nie verlange, und überhaupt sei die Anwesenheit der Zweitklässlerin ja auch mit ein Grund dafür, dass ich nicht daran gedacht habe, dass heute Montag ist, und ich möchte doch einfach nur wissen, ob das Brot von heute ist, und es ist, und dann ist doch eigentlich auch alles gut.
Und heute morgen war auch alles gut. Da gibt es nämlich dann noch diese eine, aber wirklich auch nur die, diese eine, einzige, wirklich freundlich Verkäuferin in dieser Bäckerei. Die dort so völlig aus der Reihe tanzt und es über die Jahre hinweg schafft, ihre Freundlichkeit zu behalten, trotz geballter Unfreundlichkeit rundum. Ein regelrechtes Phänomen. Jedenfalls hatte ich heute morgen das Glück, genau auf diese Eine zu treffen mit meinem Vollkornbrotwunsch und meiner Frage, und ich fühlte mich wie Bus verpasst und dann auf den Vertretungslehrer getroffen, dem alles ganz egal war, wer wann wie wo eintrudelt in den Klassensaal und den das Klassenbuch nicht interessierte und der zudem noch freundlich blieb. Und mir wurde bestätigt, dass das Brot von heute sei, denn heute sei Dienstag, und am Dienstag würde immer genau dieses Brot frisch gebacken. Und plötzlich fragte ich mich, ob das alles nicht nur eine Falle ist, und ob ich nicht nächsten Dienstag wieder bei der Kollegin lande, und die fragt mich dann ab zu den Brotsorten, die dienstags auf dem Backplan stehen, mit drohendem Zeigefinger, versteht sich.
Und was ist eigentlich am Samstag?
Sind bei denen sämtliche Brote dann vom Vortag? An einem sehr, sehr mutigen Samstagmorgen werde ich dieser Sache einmal genauer auf den Grund gehen müssen.
... link (2 Kommentare) ... comment
Dienstag, 21. Oktober 2008
Der Weltzauber (was die Zweitklässlerin so dichtet, wenn sie eine Schreibmaschine entdeckt)
violinista, 22:10h
Der Weltzauber
Es war einmal eine Böse Hexe. Die verzauberte jeden der ihr in die Quere kam. Einmal verhexte sie die GANZE WELT und auch ihr Schloss. Einmal kam ein starker und stolzer Ritter vorbei. Er besiegte die Hexe und der Weltzauber war vorüber.
ENDE
Es war einmal eine Böse Hexe. Die verzauberte jeden der ihr in die Quere kam. Einmal verhexte sie die GANZE WELT und auch ihr Schloss. Einmal kam ein starker und stolzer Ritter vorbei. Er besiegte die Hexe und der Weltzauber war vorüber.
ENDE
... link (3 Kommentare) ... comment
... older stories