Montag, 5. September 2022
WMDEDGT 09/2022
Hurra, es ist Monatsfünfter und ich habe rechtzeitig daran gedacht und sehr gerne erzähle ich Frau Brüllen, was ich alles so gemacht habe den ganzen Tag.

Zum Frühstück einen kleinen Muffin von den gestrigen Leftovers des Spielzeiteröffnungsfestes des kleinen Theaters.
Im Auto Jazz.
10:00 Uhr Termin auf der Bank.
Anschließend in die Apotheke. An der Kasse neben mir ein kleiner Eklat:
Die Kundin hatte, als die Apothekenfrau (keine Ahnung, ob Apothekerin oder PTA) kurz hinten im Lager war, zwei bereits an der Kasse für sie abgelegte Artikel genommen und in ihre Tasche gepackt, in der irrtümlichen Annahme, dass die Artikel bereits mit dem Scanner erfasst waren. Woraufhin sie von der Apothekenfrau des Diebstahls bezichtigt wurde, die Kundin den Geschäftsführer zu sprechen wünschte, dieser aber nicht gerufen wurde. Stattdessen wurden weitere Artikel dem Einkauf hinzugefügt sowie auch Treuetaler und immer wieder entgleiste das Verkaufsgespräch.
Weder meine Apothekenfrau (auch hier keine Ahnung, ob Apothekerin oder PTA) noch ich konnten uns so richtig auf meinen Einkauf konzentrieren.
Den Studenten abgeholt und einen Coffee to go für ihn in der Bäckerei nebenan und eine ganz großartige Limettenquarkstange für mich.
Mit dem Studenten zur Versicherung um die Ecke beim kleinen Theater, um dort Angebote einzuholen für den in zwei Wochen anstehenden Autotransfer. Und Infos zu den Versicherungen, die der Jetztnochstudent ab Oktober brauchen wird, wenn er mit Beendigung des Studiums aus den Familienversicherungen rausfällt.
Anschließend stößt auch die Studentin zu uns, die im kleinen Theater um die Ecke Probe hatte und wir gehen gemeinsam Sushi essen. Dann geht die Studentin ein paar Einkäufe tätigen und der Student nach Hause und ich fahre zum Autohaus. Setze mich im Verkaufsraum direkt erst noch einmal in mein neues Auto. Entzückt davon, wie leicht der Einstieg ist und wie gut es riecht, aber auch ein kleines bisschen fasziniert erschrocken darüber, wie groß es im Vergleich zu meinem jetzigen rüberkommt, das ab in zwei Wochen dann der Geradenochsostudent fahren wird.
Ein paar letzte Dinge klären mit meiner Lieblingsautoverkäuferin, mit der ich auch mal gern ein Bier trinken gehen würde.
Auf dem Heimweg noch in den Supermarkt, der Einkauf ungewohnt gemüselastig im Vergleich zu meinen Einkäufen in letzter Zeit.
Im Auto Karaoke.
Nachricht an Max.
Und an alle meine Geigenschüler*innen, um sie zu Schuljahresbeginn einerseits an ihre Geigenstundenzeiten zu erinnern, sowie teilweise auch neue zu finden, die zu den neuen Stundenplänen passen.
Viel Wasser, anderthalb Käsebrötchen, ein Glas Federweißer und ein langes Telefonat mit Luise.
Gute Nacht!

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Samstag, 6. August 2022
WMDEDGT 08/2022
Upsi, jetzt habe ich doch tatsächlich verpasst, rechtzeitig die Story hier anzulegen, damit oben das richtige Datum erscheint, nämlich das des Fünften, an dem Frau Brüllen immer wissen möchte, was wir so machen den ganzen Tag. Sei's drum, jetzt steht halt oben der Sechste, aber hier berichte ich natürlich vom Fünften:

Um 6 kurz wach und um halb 9 wieder. Nachdem ich aber erst gegen halb 4 eingeschlafen war, dementsprechend müde. Bisschen im Internet rumlesen. Großbrand im Berliner Grunewald und Lauterbach hat Corona.
Weiter rumdösen. Der Rücken schmerzt und der rechte Fuß, die Augen viel zu trocken, der Ventilator bläst mich an.
Rückenübungen.
Den Apfelkuchen frühstücken, den ich vorgestern in Form einer Apfelkuchenbackaktion mit einer Frau gebacken habe, die ich vor ein paar Wochen beim Gartenyoga kennengelernt hatte. Wir stellten dort beim anschließenden Dinner fest, dass wir uns beide in den letzten Tagen an die Apfelblechkuchen unserer Omas erinnert hatten und zack haben wir uns zum Backen verabredet. Gesagt, getan, es wurde ein sehr schöner Abend. Und ein leckerer Kuchen.
Schweißausbrüche vor Schmerzen, kann kaum sitzen. Ziehe um aufs Sofa. Auf dem Bauch liegen tut gut, doch Kaffee trinken ist etwas umständlich. Ich zögere noch, ein Schmerzmittel zu nehmen. Die volle Dröhnung schlägt sich meist auf den Kreislauf nieder und weniger kommt im Rücken gar nicht erst an. Bei Kopfschmerzen hätte ich längst schon was genommen, denn die gehen nie von alleine wieder weg, sondern werden stärker, wenn ich nichts nehme, immer. Aber Rücken wird ja über den Tag hinweg eh immer besser, da frag ich mich, lohnt es sich, den Kreislauf jetzt schon zu zerschießen?

Der Paketbote klingelt Sturm, ich eile zur Tür, höre ein Paketabwurfgeräusch und stehe 10 Sekunden später mit Trinkgeld in der Hand vor der Tür, da braust er auch schon davon. Ey, nur weil mein Auto vor der Tür steht, bedeutet das nicht, dass auch jemand zuhause ist. Ich könnte ja nach Malle geflogen sein oder nach Finnland und irgendwo am Strand liegen oder am See und hier würden sich die Pakete türmen und jeder, der vorbeiläuft, zieht sich eins.

Positionswechsel auf den Rücken mit Pezziball unter den Beinen. Hab mir immer noch nicht den orangefarbenen besorgt mit der idealen Größe dafür, habe nur den großen grünen. Gleich mal bestellt. Nachschub für den Paketeturm. Und ein Doppel Ladekabel, um Sender und Empfänger der E-Geige gleichzeitig laden zu können. Wird nächste Woche wieder zum Einsatz kommen.
800 mg Ibu. Weil's ja letztlich egal ist, ob Schweißausbrüche von den Schmerzen oder Kreislauf von den Ibus. Immerhin sind die Schmerzen dann leicht reduziert.
Spülmaschine ausräumen. Normalerweise erste Handlung morgens, aber wie, wenn man sich nicht bücken kann?
Wäsche abhängen. Zweiter Kaffee. Und ne Scheibe Oskar.
Eine Runde Wordfeud.

Dann Probe mit dem Gitarristen aus der Band der Studentin für die Hochzeit morgen. Der Gitarrist, mit dem ich morgen eigentlich gespielt hätte und mit dem ich alles bereits geprobt hatte, hat Corona und musste kurzfristig ersetzt werden. Am Ende der Probe stößt noch die Studentin zur Probe fürs Blumenduett dazu. Dann kommt der Drummer und ich überlasse der jungen Generation das Feld für die Probe der Musik zum Sektempfang. Lasse mir nur noch kurz mein Outfit für morgen absegnen.

Kurz unter die Dusche, dann klingelt auch schon die Jazzfreundin. Wir fahren zusammen ins Eiscafé, für sie ein Eiskaffee, für mich ein Becher Tropical und ich erzähle ihr die Andi-Max Geschichte.
Wir fahren wieder zurück und die Jazzfreundin nach Hause. Die Band der Studentin ist inzwischen fertig mit der Probe und wir essen Pizza zusammen und fachsimpeln über Whisky und Gin. Zu vorgerückter Stunde kommt auch schließlich der Sohn der Braut noch aus Italien an, der die zweite Stimme beim Blumenduett singt und wir proben es mit kompletter Besetzung. Wird schöner als gedacht!

Nach der Probe Pizza für den Sohn der Braut und Apfelkuchen und dann setze ich erst den Gitarristen und dann die Studentin zuhause ab. Kurze Absprache noch darüber, wann ich wen morgen wo abhole und schlaft recht gut!

Der Andi war immer noch nicht online.
Ach Max.

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Freitag, 5. November 2021
WMDEDGT 11/2021
Auch in diesem Monat interessiert sich Frau Brüllen wieder dafür, was wir alle so machen den ganzen Tag am Monatsfünften. So war es bei mir:


Luxusvariante Porridge heute mit Himbeeren und Kiwi. Apfel und Pekannüsse sowieso. In letzter Zeit ja kaum noch Energie zum kochen, ernähre mich hauptsächlich von Convenience, Takeaway und Lieferessen, aber morgens für die Porridge Zubereitung reicht's doch irgendwie immer noch. Immerhin.
Ist ja nicht mal so, dass ich beruflich so wahnsinnig viel zu tun hätte. Die Konzerte laufen zwar wieder an, aber die meisten Anfragen muss ich leider absagen. Proben- und Konzerttermine überschneiden sich mit zu vielen anderen, bereits feststehenden Terminen und natürlich mit meinem Unterricht. Mit etwas Aufwand ließen sich manche dieser Termine und auch der Unterricht zwar verschieben und ich könnte mich wie früher abhetzen zwischen Schüler*innen, Altersheim und Konzert, aber dazu fehlt mir derzeit die Energie. Dauerschmerzen seit 40 Jahren, das hinterlässt Spuren. Und der ganze Physiotherapiekram kostet halt auch Zeit. Überall kleine Übungseinheiten eingebaut in den Alltag. Das frisst so viel Zeit für so viel anderes und letzten Endes werden die Schmerzen trotzdem immer schlimmer und es raubt mir alle Energie und am Ende des Tages will ich nur noch fernsehen, egal was und sonst nichts.

Nach dem Frühstück eine kleine Übeeinheit Klavier für das ambitionierte Vorhaben, zusammen mit einem meiner Schüler ein Adventskalendertürchen der Musikschule zu bespielen. Eventuell ein wenig hoch gegriffen, denn meine pianistischen Fähigkeiten sind leider begrenzt. Ich hadere sehr damit. Denn eigentlich hätte ich ja sehr viel lieber Klavier statt Geige gelernt in meiner Jugend, leider gab es keine verfügbaren Lehrkräfte und auch keinen Platz zum Aufstellen eines Instruments in der Mietwohnung meiner Eltern. Und jedes Mal, wenn ich am Klavier sitze, bedauere ich, dass meine Abertausend Übestunden vor und während des Studiums in die Geige und nicht in das Klavier geflossen sind. Tja. Aufholen lässt sich das jetzt leider nicht mehr. Vielleicht im nächsten Leben dann.

Physiotherapietermin. Bei der Lieblingsphysiotherapeutin ist auch immer eine gute Portion Psychotherapie mit dabei.

Einen Altkleidersack zum Container gebracht.

Und einen Brief an die Bank zur Post.

Kurzbesuch auf der Terrasse von einer der Besuchskatzen. Wollte weder Leckerli noch Streicheleinheit, sondern nur kurz hallo sagen. Und wahrscheinlich überprüfen, ob ich mich gefreut habe über die Maus, die sie mir gestern auf die Terrasse gelegt hatte. Zufrieden betrachtete sie die leere Stelle. "Ja, Katze, hat prima geschmeckt, dankeschön." (Nicht mir, aber sicherlich der herbeigetrippelten Elster, die die Maus, wie ich beobachten durfte, geschickt mit dem Schnabel aufnahm und mit ihr davonflog, aber das verraten wir hier niemandem.)

Ein Kleiderpaket durchprobiert. Ein paar schöne Sachen dabei.

Und siehe da: Genug Energie zum kochen, hurra. Currypfanne mit Huhn und viel Gemüse und Basmatireis. Ein wenig überwürzt, aber schon recht lecker.

Der Student erwacht und zeigt mir auf dem Handy Bilder einer Wohnung, für die er sich interessiert.

Meine Mutter im Altenheim besucht. Kleidung zum kennzeichnen abgegeben in der Hoffnung, dass alles passt. Vor der Kennzeichnung alles durchprobieren klappt nicht mehr und mit Kennzeichnung kann man die Sachen dann natürlich nicht mehr umtauschen. Als ich kam, saß meine Mutter gerade im Speisesaal bei Kaffee und Kuchen, bzw Milch und Kuchen. Angehörige im Speisesaal sind noch nicht wieder erlaubt, daher Umzug mit Sack und Pack, also Kuchen und Milch, in das Zimmer meiner Mutter. Vom Kuchen, Käsekuchen mit Kirschen, hat sie tatsächlich ein bisschen was gegessen. Bei der ersten Kirsche das Gesicht verzogen, die zweite Kirsche ausgespuckt und danach insgesamt eine eher skeptische Haltung zum Kuchen eingenommen.
Dann habe ich ihr die Hände eingecremt, unser neues Ritual, das mag sie sehr gern. Reibt oft schon ihre Hände zur Begrüßung gegeneinander, wenn ich komme. Und wir haben uns zum wiederholten Mal die Aufnahme des Ständchens, das die Studentin mir kürzlich zum Geburtstag gesungen hatte, gemeinsam angehört.
Den aktuellen Medikamentenplan ausdrucken lassen und mitgenommen. Drei DIN A4 Seiten, Wahnsinn. Wobei nach einem Gespräch mit ihrer Hausärztin seit gestern alles nur noch Kür ist und nicht mehr Pflicht. Essen, trinken, Medikamente, sie wird zu nichts mehr gezwungen. Palliative Versorgung.

Auf dem Heimweg getankt.

Noten zusammengepackt für die Probe morgen früh in der Musikschule und den Unterricht außer der Reihe mit einer Schülerin, die mittlerweile überwiegend nur noch Onlineunterricht bei mir hat, da sie studiumsbedingt vor einem Jahr umgezogen ist. Aber am Wochenende ist sie hin und wieder noch bei ihren Eltern und wenn ich dann auch mal außer der Reihe an der Musikschule bin, können wir das mit einer Präsenzstunde verbinden. Aktuell haben wir uns länger nicht gesehen, auch nicht Online, denn die letzten drei Monate war sie als Aupair in Südfrankreich und hat für die Zeit eine Geigenpause eingelegt.
Den Notenständer des Mannes der Lieblingskollegin ins Auto gepackt, den er bei einer Mugge neulich vergessen hatte und ich war noch vor Ort und nahm ihn an mich. Mal schaun, ob es morgen eine Gelegenheit zur Übergabe geben wird. Zur Probe mitnehmen werde ich ihn nicht, dazu ist er zu massiv und ich habe ohnehin schon genug Zeug dabei. Aber vielleicht finden wir ja Zeit, um zwischendurch zusammen zum Auto zu gehen. Und wenn nicht, dann übermorgen.

Gespräch mit dem Studenten übers Einparfümieren. Seine Methode: hinter den Ohren, im Nacken und aufs Brustbein. Nichts davon kommt bei mir an. Er ist einfach viel zu groß, all seine Duftnoten spielen sich oberhalb meiner Nase ab. Ich demonstriere den Herzbruchschen Badezimmertanz (im Wohnzimmer und natürlich vollständig bekleidet), er würdigt mich keines Blickes, vermutlich bin ich peinlich. Ich schlage ihm Parfumspritzer auf den Knöcheln vor, damit er von unten hochduften kann, er meint, ich hätte einfach null Ahnung von Duftmolekülen.

Eine weitere Überunde am Klavier, im oberen Stockwerk rappt der Student. Ich übe mit Metronom bis mir schwindlig wird. Schnell was trinken, Schokolade essen und ein paar Rückenübungen gemacht.

Ich beschließe, nichts anstrengendes mehr zu tun heute, werfe mich in die Schlunzklamotten und mit Wärmflaschen auf die Couch.
Es ist noch Nudelsalat von gestern da. Und Curry von heute.

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