Donnerstag, 24. Juli 2008
Sommerloch
Nachdem man an einer Mutter-Kind-Kur teilgenommen hat, verspürt man anschließend den Wunsch, sitzende Tätigkeiten vorzugsweise auf einem Petzi-Ball zu verrichten. Dieser wurde soeben mit dem Mund aufgeblasen. Und das, obwohl ich sogar wider Erwarten innerhalb kürzester Zeit sowohl Ballpumpe als auch zwei geeignete Ventilnadeln hier im Chaos gefunden hatte. Dummerweise steckte in der Ballpumpe aber noch eine dritte, abgebrochene Ventilnadel drin, also ging da rein gar nix. Mit dem Messer das störende Plasikstück irgendwie rauszuschneiden, habe ich zwar ansatzweise auch versucht, aber das war mir dann doch zu gefährlich, von wegen abrutschen und so. Gar nicht daran zu denken, wie peinlich das ist, erklären zu müssen, woher die Verletzungen denn nun herrühren. Wie blöd muss man sein, sich selbst zu massakrieren, nur weil man ein kleines Stückchen höher auf seinem Petzi-Ball sitzen möchte.
Also gut, ich bin unverletzt, habe den Petzi-Ball auch in der Tat ein kleines Stückchen praller hinbekommen, er ist mir aber immer noch nicht hoch genug, also sitze ich auf einem Stuhl.
Zum Geburtstag könnte ich mir beispielsweise also nun eine neue Ballpumpe wünschen. Wenn da nicht das Problem wäre, dass an dieser ganz speziellen Pumpe gewissermaßen mein Herz hängt. Ich kann doch nix wegschmeißen, selbst wenn es kaputt ist. Aber der zur Pumpe gehörende Kekse-Volley-Ball wurde mit den Jahren immerhin schon mal entsorgt.

Eine schöne Sache ist es, wenn einem nach einem Aufenthalt am Meer überall noch ein wenig Sand entgegenrieselt. Gestern beispielsweise, da wurde meine Schwimmtasche kurzerhand zur Sporttasche umfunktioniert, und weil sie dann zwischendrin mal einen kurzen Moment so ganz leer war, nutzte ich dies, um sie über der Duschwanne auszuschütteln. Hinterher fiel mir ein, dass die Tasche dieses Mal am Meer ja gar nicht mit dabei gewesen war, also kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, von welchem Strand denn nun genau der Sand herkam, der sich gestern in meiner Duschwanne befunden hatte. Übrigens erwies sich die Mitnahme einer Sporttasche als leicht übertrieben, wie auch Duschzeug, usw, denn ich bin gar nicht ins Schwitzen gekommen. Aber schön wars trotzdem.

Heute war der Mann mit dem Kühlauto wieder da, das war wiederum weniger schön. Entweder war das eine Urlaubsvertretung oder der Mann hat grundsätzlich gewechselt. Jedenfalls war es nicht der, bei dem ich eine Zeitlang mal was gekauft hatte und seit etwa einem halben Jahr dazu übergegangen bin, nichts mehr zu kaufen. Der mir aber dennoch unermüdlich mit gleichbleibender Freundlichkeit seine neuen Kataloge gezeigt hat und die besten Angebote angepriesen hatte. Obwohl er doch genau wusste, dass ich nichts kaufe, denn das hatte ich ihm immer gleich zu Beginn schon ganz deutlich gesagt. Ich empfand seine Besuche als äußerst hilfreich, um das Nein-Sagen zu üben. Muss man ja schließlich können, das Nein-Sagen. Sonst hat man entweder 'ne ganze Menge Arbeit am Hals oder 'n Haufen Zeug, das man nicht haben möchte. Bei dem freundlichen Mann in der Fleece-Weste (wegen dem kalten Auto, in dem er reisen und hantieren muss) mit den Katalogen, konnte man jedenfalls super das Nein-Sagen üben und er wurde auch nie böse. Keine Ahnung, ob auch ihm die Besuche an meiner Haustür etwas gebracht haben, aber immerhin fragte er jedesmal, ob er in ein paar Wochen wiederkommen dürfe.
Aber wie gesagt, heute war ein anderer hier. Und den mochte ich nicht. Er guckte unzufrieden, als ich sagte, ich möchte nichts kaufen, er zeigte mir keine bunten Bilder und er war auch nicht zufrieden mit meiner Aussage, dass ich nicht komplett ausschließen könne, im weiteren Verlauf meines Lebens vielleicht doch noch einmal etwas bei ihm zu kaufen. Ich glaube nicht, dass er in ein paar Wochen wieder kommen wird.

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Vielleicht versagen Sie es sich jetzt einfach, den freundlichen Tiefkühl-Mann zu vermissen. Dabei üben Sie ja auch das Nein-sagen, gewissermaßen. Und das einem harten Knochen gegenüber, der nicht nachlassen wollen wird. Auch keine schlechte Übung.

(Schön, dass Sie zurück sind).

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In den nächsten Tagen steht bei mir übrigens vor allem das Ja-Sagen auf dem Plan, und da freue ich mich immens drauf. Und danach bin ich eigentlich dann auch erst wieder so richtig zurück.

Schiff ahoi!
:-)

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Ja-Sagen? Gibts da was zu gratulieren? So mit Brautstraußfangen?

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NeinNeinNeinNeinNein! Auf keinen Fall sowas mit Brautstrauß.
Aber schon so eine Art Flitterwoche irgendwie. Das schon. JaJaJaJaJa!

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