Mittwoch, 21. Januar 2009
Die Sache mit den 1000 Metern
violinista, 09:41h
Also, ich komm da ziemlich leicht durcheinander, und das ist mehr als lästig. Würde ich doch so gerne meinen Gedanken nachhängen beim Bahnen ziehen im kühlen Nass. Stattdessen aber dominieren zahlenorientierte Selbstgespräche den Gedankenfluss. "Siebzehn, siebzehn, siebzehn, du bist bei siebzehn, vergiss das nicht und gleich kommt achtzehn, achtzehn, o wei, wo bin ich denn jetzt, siebzehn oder achtzehn, momentmal, müsste ja rauszukriegen sein, bin ich grad auf dem Hin- oder auf dem Rückweg, ah, Hinweg, also alles klar, du bist bei siebzehn, siebzehn, siebzehn, hast also noch dreizehn vor dir, nein, ach Quatsch, dreiundzwanzig natürlich, also, dann haste ja immerhin schon bald die Hälfte geschafft, wenn du jetzt bei siebzehn bist, siebzehn, siebzehn, siebzehn..."
Dass es hier im Umkreis fast ausschließlich Schwimmbäder mit kurzen 25 Meter Bahnen gibt, erschwert die Sache mit den 1000 Metern immens. Bis 40 zählen ist wirklich keine leichte Sache, wenn man anfängt, auf den 25 Metern dazwischen auch nur einen kurzen Moment mal an etwas anderes zu denken. Am Beckenrand müssten so Zähldinger aufgestellt sein, Torezähler wie beim Tischfussball, und bei jedem Anschlag am Beckenrand dürfte man eine Perle von links nach rechts schieben. Beziehungsweise immer nur auf einer Beckenrandseite dürfte man gleich zwei Perlen weiterschieben, denn wenn auf jeder Seite ein Zähler wäre, müsste man die beiden Ergebnisse erst noch zusammenrechnen und das wäre dann auch wieder verwirrend. Oder diese Klappdinger von "Welches Schweinderl hättens denn gern?", die fände ich auch praktisch. Doch was, wenn pro Bahn mehrere Schwimmer unterwegs sind? Und die fangen dann an, sich zu zanken, weil nicht genug Zähldinger für Alle da sind? Dann doch besser eine rein private Sache, die sich am Handgelenk tragen lässt, vielleicht so etwas in dieser Art, ein Reihenzähler aus dem Handarbeitsbereich, das wäre fein. Richtig schick finde ich den. Ich werde eine chlorwasserresistente Ausführung in Auftrag geben. Und mich bei der Gelegenheit auch gleich mal von der Kinderchlorbrille und dem Zeichentrickelefantenhandtuch lossagen und auf etwas Seriöseres umsteigen.
Oder haben Sie eine bessere Idee?
Dass es hier im Umkreis fast ausschließlich Schwimmbäder mit kurzen 25 Meter Bahnen gibt, erschwert die Sache mit den 1000 Metern immens. Bis 40 zählen ist wirklich keine leichte Sache, wenn man anfängt, auf den 25 Metern dazwischen auch nur einen kurzen Moment mal an etwas anderes zu denken. Am Beckenrand müssten so Zähldinger aufgestellt sein, Torezähler wie beim Tischfussball, und bei jedem Anschlag am Beckenrand dürfte man eine Perle von links nach rechts schieben. Beziehungsweise immer nur auf einer Beckenrandseite dürfte man gleich zwei Perlen weiterschieben, denn wenn auf jeder Seite ein Zähler wäre, müsste man die beiden Ergebnisse erst noch zusammenrechnen und das wäre dann auch wieder verwirrend. Oder diese Klappdinger von "Welches Schweinderl hättens denn gern?", die fände ich auch praktisch. Doch was, wenn pro Bahn mehrere Schwimmer unterwegs sind? Und die fangen dann an, sich zu zanken, weil nicht genug Zähldinger für Alle da sind? Dann doch besser eine rein private Sache, die sich am Handgelenk tragen lässt, vielleicht so etwas in dieser Art, ein Reihenzähler aus dem Handarbeitsbereich, das wäre fein. Richtig schick finde ich den. Ich werde eine chlorwasserresistente Ausführung in Auftrag geben. Und mich bei der Gelegenheit auch gleich mal von der Kinderchlorbrille und dem Zeichentrickelefantenhandtuch lossagen und auf etwas Seriöseres umsteigen.
Oder haben Sie eine bessere Idee?
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glasfaser,
Mittwoch, 21. Januar 2009, 10:09
Dem von Ihnen geschilderten Bahnzählproblematiken verdanke in der Regel eine außerordentlich und ungewöhnlich schnelle Absolvierung dieser schrecklichen Plichttausendmeterquälerei. Aus diesem Grunde bin ich gegen jeden aufklärerischen Zählautomat, der mir dann die bisher immer für schönere Dinge gewonnene Zeit nehmen wird.
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violinista,
Mittwoch, 21. Januar 2009, 10:22
Hm, hm, hm, meinen Sie wirklich, man ist schneller unterwegs dadurch? Vielleicht ist es ja auch nur deshalb so schnell vorbei, weil man sich verzählt und dadurch ungewollt doch die ein oder andere Bahn unterschlägt. Hm, hm. Allerdings habe auch ich Zweifel, ob sich ein Zählautomat positiv auswirkt, da ich dieses stumpfsinnige "siebzehn, siebzehn, siebzehn, merke dir die siebzehn..." auch irgendwie zu schätzen weiß. Es hat gewissermaßen etwas meditatives und hält zwar einerseits vom denken ab, andererseits ist man durch das nicht denken können ganz bei dem, was man tut, einatmen, ausatmen, und dadurch ganz bei sich selbst.
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glasfaser,
Mittwoch, 21. Januar 2009, 10:56
Sie haben vollkommen recht. Ich bescheisse mich regelmäßig selbst. Und will das nicht ändern.
Ich finde Sport und auch Schwimmen sehr sehr doof. Und mache das nur aus Vernunft.
Ich finde Sport und auch Schwimmen sehr sehr doof. Und mache das nur aus Vernunft.
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violinista,
Donnerstag, 22. Januar 2009, 22:36
Also, ich schwimme eigentlich schon ganz gern. Bin so ein Wassertier irgendwie.
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novemberregen,
Mittwoch, 21. Januar 2009, 10:17
Warum gehen sie nicht einfach n Stündchen Schwimmen??
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violinista,
Mittwoch, 21. Januar 2009, 10:27
Ich habe halt eben diesen 1000 Meter Fimmel. Außerdem möchte ich ja auch mitkriegen, ob ich schneller werde. Ein Marathonläufer geht ja schließlich auch nicht eben mal einen Tag laufen, der hätte das sicher auch gerne etwas genauer.
Und hehe, in einer Stunde würde ich fast 2000 Meter schaffen. ;-)
Und hehe, in einer Stunde würde ich fast 2000 Meter schaffen. ;-)
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novemberregen,
Mittwoch, 21. Januar 2009, 11:07
Wer weiß, vielleicht würden Sie ohne zählen auch in einer halben Stunde 2000 Meter schaffen. Vielleicht ist das Licht im Kühlschrank auch immer noch an, wenn die Tür zu ist, und vielleicht ist das, was Sie gerade nicht sehen, plötzlich auch gar nicht mehr da.
Man weiß es nicht, man weiß es nicht...
(Kontrollfreak! ;-) )
Man weiß es nicht, man weiß es nicht...
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oskar-kasimir,
Donnerstag, 22. Januar 2009, 13:32
OSKAR mag keine Zahlen. Das höchste der Gefühle sind die Zahlen unten oder ganz oben auf den Seiten seiner Bücher. Nicht, dass er sie wirklich brauchen würde zum/beim Lesen. Aber sie erleichtern das Zitieren. Beim Schwimmen genießt er es, die Gedanken schweifen zu lassen. Da müssen 45 min reichen. Und die zählt die Uhr oben an der Wand. Da orientiert er sich aber auch eher am Stand der Zeiger denn an den Zahlen - die sieht er nämlich ohne seine Brille nicht.
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violinista,
Donnerstag, 22. Januar 2009, 22:41
Frau Novemberregen und Herr Oskar, Sie könnten sich ja zusammentun für einen gemeinsamen Schwimmbadbesuch. Mir fällt irgendwie nur leider grad gar nix gescheites ein, was der Herr Oskar in der viertel Stunde tun könnte, in der die Frau Novemberregen noch fleißig ihre letzten Bahnen zieht. Ah, er könnte ihr schon mal ein Bier kalt stellen vielleicht. In einem sehr, sehr dunklen Kühlschrank.
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