Sonntag, 3. August 2008
Saarspektakel
Den gestrigen Abend hatte ich mir anders vorgestellt. Vielleicht hätte ich den Anflug von Übelkeit am Nachmittag nicht so einfach ignorieren sollen. Habs aber getan, denn schließlich hatte ich ja was vor. Eine Verabredung zum Hot Dog Dinner. In der Park and Ride Situation steckte aber bereits schon der Wurm drin. Die Bahn kam und kam nicht, die Minuten auf der Anzeigetafel wurden ständig mehr statt weniger. Schon wieder Übelkeit. Diesmal schob ich sie auf das Hungergefühl. Mit einem Hot Dog im Bauch würde sicher alles besser.
In der Bahn dann dieser sturzbestrunkene junge Mann, der mich beeindruckte dadurch, dass er in seinem Zustand noch so überaus höflich und rücksichtsvoll mit den anderen Fahrgästen umging. Er hatte einen Korb mit allerlei Dingen unter den Arm geklemmt, ganz obenauf ein Strauß roter Rosen. In der anderen Hand die offene Vodka-Flasche. Beim Einsteigen streifte er eine Frau mit seinen Blumen, wofür er sich ausgiebigst entschuldigte. Ob er wohl ein Date mit seiner Liebsten hatte, sie ließ ihn abblitzen und nun stand er da mit seinen Rosen? Gut möglich. Armer Kerl.
Der Hot Dog hatte bei mir nicht die gewünschte Wirkung und auch nicht das Bier danach. Es zog mich zu den Schiffen hin und dort fand ich doch tatsächlich ein Plattbodenschiff mit umgelegtem Mast, das den weiten Weg von Holland nach Saarbrücken gefunden hatte. Ich erklärte meinem Hot Dog Freund die Sache mit den Päckchen und dass man immer vorne über die Boote klettert und dann gingen wir noch kurz auf ein Bierschiff mit unseren Bieren. Fühlte mich dem Seemann wieder ganz nah, doch dem Hot Dog Freund wurde leicht schwummrig auf dem Schiff. Kaum wieder an Land ließ sich meine Übelkeit nun wirklich nicht mehr ignorieren. Also kämpften wir uns durch die Fangemeinde der spanischen Band aus Hannover und machten uns auf den Weg zu meiner Park and Ride Bahn. Unfair fand ich das. Die Seemänner trinken und mir ist schlecht. Unfair. Das Leben sei unfair, aber manchmal eben auch zu unserem Vorteil, so der weise Kommentar des Hot Dog Freundes.
Blutspuren auf dem Boden in der Bahn. Im Vergleich zu dem Verursacher dieser Flecken und auch zu dem jungen Mann mit den Rosen auf der Hinfahrt schnitt ich eigentlich noch ganz gut ab mit meiner Übelkeit.
Des Nachts kotzte ich mir dann die Seele aus dem Leib.
Und süffel nun Kamillentee.

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Samstag, 2. August 2008
Leiden, poetisch pathetisch
Lag da, verletzt, gekränkt, nicht wissend wohin.
"Wie ein waidwundes Reh sich fühlen" kam mir als Formulierung in den Sinn. Mich irritierte dieser Drang, in meinem Leid nach Worten und Metaphern zu suchen, die dem Gefühl entsprachen. Indem ich dem Schmerz Namen gab, versuchte ich, ihn zu lindern. Was kaum gelang. Entfernte mich dadurch nur vom eigentlichen Fühlen. Und kam mir nicht authentisch vor. Poetisch vielleicht.
Um vieles lieber hätte ich das Glück beschrieben.

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Prinzesschen
Und Dosenerbsen sind allemal leckerer als die quietschgrünen aus der Tiefkühlschachtel.

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Alltagsstart
So, und nun die Meerschweinchen anrufen. Strauß kaufen, abholen.
Und Geige auspacken heute noch. Vielleicht.

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Unwetterboje im Ijsselmeer
red roses and coffee
Red Roses and Coffee. Willkommen an Bord!

Hasen
Paare, die Erste: Die Hasen. Sehr verwegene zwei Hasen. Hehe.

Pfosten
Und hier die, die sind vier. Hab aber nicht aufgepasst, wie die heißen. Peinlich, peinlich.


Rechter Schuh und Schiff und Turm. Und Brücke. Die geht manchmal auf. Und der Schuh auch. Und das Schiff nicht unter.


Am Morgen danach. Alles noch still. Sogar ich. Manchmal. Viel zu selten. Nerv mich selbst ja oft.


Päckchen, Päckchen, Päckchen. Wir schnüren uns ein Päckchen.


Immer noch früh.


Und immer noch still.


Ausfahrt Enkhuizen.


Einfahrt Amsterdam.


Amsterdam bei Nacht.


Hoorn. Marktplatz von Hoorn.


Schön.


Skuril. Kirche umgerüstet zum Babysachenkaufgeschäft.


Haussegen steht schief? Ansichtssache.


Paare, die Zweite: leben, lieben, diskutieren. Sich im Ton vergreifen, sich versöhnen, sich definieren, sich unterscheiden, sich zusammenraufen, sich hinterfragen. Und ganz viel lachen. Und sich ärgern. Und Blödsinn machen. Und sich wundern. Und weitermachen. Vor allem das. Ja, weitermachen!

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Donnerstag, 24. Juli 2008
Sommerloch
Nachdem man an einer Mutter-Kind-Kur teilgenommen hat, verspürt man anschließend den Wunsch, sitzende Tätigkeiten vorzugsweise auf einem Petzi-Ball zu verrichten. Dieser wurde soeben mit dem Mund aufgeblasen. Und das, obwohl ich sogar wider Erwarten innerhalb kürzester Zeit sowohl Ballpumpe als auch zwei geeignete Ventilnadeln hier im Chaos gefunden hatte. Dummerweise steckte in der Ballpumpe aber noch eine dritte, abgebrochene Ventilnadel drin, also ging da rein gar nix. Mit dem Messer das störende Plasikstück irgendwie rauszuschneiden, habe ich zwar ansatzweise auch versucht, aber das war mir dann doch zu gefährlich, von wegen abrutschen und so. Gar nicht daran zu denken, wie peinlich das ist, erklären zu müssen, woher die Verletzungen denn nun herrühren. Wie blöd muss man sein, sich selbst zu massakrieren, nur weil man ein kleines Stückchen höher auf seinem Petzi-Ball sitzen möchte.
Also gut, ich bin unverletzt, habe den Petzi-Ball auch in der Tat ein kleines Stückchen praller hinbekommen, er ist mir aber immer noch nicht hoch genug, also sitze ich auf einem Stuhl.
Zum Geburtstag könnte ich mir beispielsweise also nun eine neue Ballpumpe wünschen. Wenn da nicht das Problem wäre, dass an dieser ganz speziellen Pumpe gewissermaßen mein Herz hängt. Ich kann doch nix wegschmeißen, selbst wenn es kaputt ist. Aber der zur Pumpe gehörende Kekse-Volley-Ball wurde mit den Jahren immerhin schon mal entsorgt.

Eine schöne Sache ist es, wenn einem nach einem Aufenthalt am Meer überall noch ein wenig Sand entgegenrieselt. Gestern beispielsweise, da wurde meine Schwimmtasche kurzerhand zur Sporttasche umfunktioniert, und weil sie dann zwischendrin mal einen kurzen Moment so ganz leer war, nutzte ich dies, um sie über der Duschwanne auszuschütteln. Hinterher fiel mir ein, dass die Tasche dieses Mal am Meer ja gar nicht mit dabei gewesen war, also kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, von welchem Strand denn nun genau der Sand herkam, der sich gestern in meiner Duschwanne befunden hatte. Übrigens erwies sich die Mitnahme einer Sporttasche als leicht übertrieben, wie auch Duschzeug, usw, denn ich bin gar nicht ins Schwitzen gekommen. Aber schön wars trotzdem.

Heute war der Mann mit dem Kühlauto wieder da, das war wiederum weniger schön. Entweder war das eine Urlaubsvertretung oder der Mann hat grundsätzlich gewechselt. Jedenfalls war es nicht der, bei dem ich eine Zeitlang mal was gekauft hatte und seit etwa einem halben Jahr dazu übergegangen bin, nichts mehr zu kaufen. Der mir aber dennoch unermüdlich mit gleichbleibender Freundlichkeit seine neuen Kataloge gezeigt hat und die besten Angebote angepriesen hatte. Obwohl er doch genau wusste, dass ich nichts kaufe, denn das hatte ich ihm immer gleich zu Beginn schon ganz deutlich gesagt. Ich empfand seine Besuche als äußerst hilfreich, um das Nein-Sagen zu üben. Muss man ja schließlich können, das Nein-Sagen. Sonst hat man entweder 'ne ganze Menge Arbeit am Hals oder 'n Haufen Zeug, das man nicht haben möchte. Bei dem freundlichen Mann in der Fleece-Weste (wegen dem kalten Auto, in dem er reisen und hantieren muss) mit den Katalogen, konnte man jedenfalls super das Nein-Sagen üben und er wurde auch nie böse. Keine Ahnung, ob auch ihm die Besuche an meiner Haustür etwas gebracht haben, aber immerhin fragte er jedesmal, ob er in ein paar Wochen wiederkommen dürfe.
Aber wie gesagt, heute war ein anderer hier. Und den mochte ich nicht. Er guckte unzufrieden, als ich sagte, ich möchte nichts kaufen, er zeigte mir keine bunten Bilder und er war auch nicht zufrieden mit meiner Aussage, dass ich nicht komplett ausschließen könne, im weiteren Verlauf meines Lebens vielleicht doch noch einmal etwas bei ihm zu kaufen. Ich glaube nicht, dass er in ein paar Wochen wieder kommen wird.

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