Donnerstag, 22. Januar 2009
Frühjahrsputz der Verhaltensweisen
Das Schlafverhalten.
Das Essverhalten.
Und am besten auch den ganzen Rest.
Ändern, jetzt sofort.

Die Sonne scheint.

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So präsent
All das aufzugeben.
Ich werde es nie verstehen.

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Mittwoch, 21. Januar 2009
Come on without
Im Traum.
Christiane, eine gute Bekannte und Mutter des Fünftklässlerfreundes, hält den Gottesdienst. Wir befinden uns in einem Klassenraum, sie steht vorne an der Tafel und ich sitze in der letzten Reihe.
Christiane stimmt ein Lied an, "Die Blümelein, sie schlafen". Und fordert uns zum Mitsingen auf und legt ein ziemliches Tempo vor, dem eines Schlafliedes eher unangemessen. In Loveparade-Manier, nicht, dass ich je auf einer gewesen wäre, raved sie vorne an der Tafel hin und her, mit der Kreide in der Hand. Die Frau des Pfarrers rechts neben mir singt unendlich falsch, was mir ebenso peinlich ist wie meine eigene Textunsicherheit. Ab der zweiten Strophe sollen wir zweistimmig singen. Mir kommt "Mighty Quinn" in den Sinn und bin ganz fasziniert davon, dass es harmonisch wunderbar passt und das "Come on without, come on within" bleibt mein Kontrapunkt zum Blümleinlied. Frage mich, ob ich Katja links neben mir, eine Mutter aus meiner ehemaligen Krabbelgruppe, damit beeindrucken kann, oder ob sie einfach nur denkt, ich mache das aus Bequemlichkeit, weil ich den anderen Text nicht kenne.

Ja, die Botschaft ist angekommen. Nicht schlafen, sondern aufstehen, tanzen, springen. Und zur Not die Pinguine füttern.

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Die Sache mit den 1000 Metern
Also, ich komm da ziemlich leicht durcheinander, und das ist mehr als lästig. Würde ich doch so gerne meinen Gedanken nachhängen beim Bahnen ziehen im kühlen Nass. Stattdessen aber dominieren zahlenorientierte Selbstgespräche den Gedankenfluss. "Siebzehn, siebzehn, siebzehn, du bist bei siebzehn, vergiss das nicht und gleich kommt achtzehn, achtzehn, o wei, wo bin ich denn jetzt, siebzehn oder achtzehn, momentmal, müsste ja rauszukriegen sein, bin ich grad auf dem Hin- oder auf dem Rückweg, ah, Hinweg, also alles klar, du bist bei siebzehn, siebzehn, siebzehn, hast also noch dreizehn vor dir, nein, ach Quatsch, dreiundzwanzig natürlich, also, dann haste ja immerhin schon bald die Hälfte geschafft, wenn du jetzt bei siebzehn bist, siebzehn, siebzehn, siebzehn..."
Dass es hier im Umkreis fast ausschließlich Schwimmbäder mit kurzen 25 Meter Bahnen gibt, erschwert die Sache mit den 1000 Metern immens. Bis 40 zählen ist wirklich keine leichte Sache, wenn man anfängt, auf den 25 Metern dazwischen auch nur einen kurzen Moment mal an etwas anderes zu denken. Am Beckenrand müssten so Zähldinger aufgestellt sein, Torezähler wie beim Tischfussball, und bei jedem Anschlag am Beckenrand dürfte man eine Perle von links nach rechts schieben. Beziehungsweise immer nur auf einer Beckenrandseite dürfte man gleich zwei Perlen weiterschieben, denn wenn auf jeder Seite ein Zähler wäre, müsste man die beiden Ergebnisse erst noch zusammenrechnen und das wäre dann auch wieder verwirrend. Oder diese Klappdinger von "Welches Schweinderl hättens denn gern?", die fände ich auch praktisch. Doch was, wenn pro Bahn mehrere Schwimmer unterwegs sind? Und die fangen dann an, sich zu zanken, weil nicht genug Zähldinger für Alle da sind? Dann doch besser eine rein private Sache, die sich am Handgelenk tragen lässt, vielleicht so etwas in dieser Art, ein Reihenzähler aus dem Handarbeitsbereich, das wäre fein. Richtig schick finde ich den. Ich werde eine chlorwasserresistente Ausführung in Auftrag geben. Und mich bei der Gelegenheit auch gleich mal von der Kinderchlorbrille und dem Zeichentrickelefantenhandtuch lossagen und auf etwas Seriöseres umsteigen.
Oder haben Sie eine bessere Idee?

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Montag, 19. Januar 2009
Zeitverschiebung
Keine Ahnung, ob das immer noch möglich ist, aber irgendwann ging das mal, da konnte man zweimal nacheinander den Jahreswechsel begehen. Zunächst in London, dann schnell mal eben mit der Concorde über den großen Teich gejetted und dann noch einmal große Feier in New York. Ich glaube, zur Jahrtausendwende war das, oder vielmehr zu Beginn des Jahres 2000. Die eigentliche Jahrtausendwende fand ja erst ein Jahr später statt, und Jeder, der es nicht wissen wollte, bekam das damals detailliert von mir erklärt.
Irgendwie so ähnlich habe ich es mit der Silvesterfeierei diesmal auch gehalten. Einmal Saarland, einmal Hessen, und da die Concorde nicht zu meinen üblichen Fortbewegungsmitteln gehört, lagen ganze zweieinhalb Wochen zwischen den beiden Veranstaltungen.
Feuerwerk, Luftschlangen, Sekt und Schokolade, zu später Stunde dann auch noch die härteren Sachen, also alles, was eine ordentliche Silvesterfeier braucht, einschließlich dem Ausharren bis in die frühen Morgenstunden, hatten wir am vergangenen Wochenende aufgefahren. Einzig auf Raclette und Bleigießen wurde verzichtet, doch zum Ausgleich wurden wir reich beschenkt mit hessischem Humor, dessen Wirkung dadurch, dass er akustisch völlig unverständlich war, schier unschlagbar war.
So also Silvester 2.
Tags darauf dann Neujahr 2.
Aufgewacht mit heftigem Kopfschmerz, der Killepitsch war schuld, und nein, Averna schmeckt anders, aber vielleicht wars auch der Whisky, der auch nicht nach Averna schmeckte, aber dennoch gut. Und beim Frühstück dann der Kopfschmerz sehr viel kleiner schon. Unter der Dusche weg, ganz weg. Und ich dann auch gleich weg, gleich weg, auf dem Heimweg eine kurze Rast und auch eine Marzipanrolle mit Kaffee in der Lieblingstankstelle und dann ganz schnell nach Hause, denn mir rückte ins Bewusstsein, hey, wir haben Neujahr 2, du musst was tun, Mädel, du musst was tun für den Elan und die Gesundheit und überhaupt. Mein innerer Schweinehund meldete sich und sagte, nee, nee, mach das nicht, du bist heute Abend noch verabredet und du wirst stehend einschlafen bei dem Konzert und überhaupt, du bist verkatert und müsstest erst mal ne Runde schlafen. Oder dich zumindest gemütlich ans Klavier setzen oder an die Gitarre und all die Ideen zu einem neuen Lied zu Papier bringen. Nein, nein, der innere Schweinehund, der sollte schweigen im Neuen Jahr, also sagte ich, hey Schweinehund, sei still, es ist Neujahr, und da muss man schwimmen, Neujahrsschwimmen nennt man das, und das wird jetzt gemacht, und ob du mitkommst oder nicht, ist mir egal, das wird gemacht und Punkt. Tausend Meter, gesagt, getan und ohne Schweinehund und dafür mit Chlorbrille und noch nicht mal eingeschlafen des Abends beim Konzert, wo es laut war und verraucht und eng und laut und verraucht.
Silvester 2, und Neujahr 2, und plötzlich machte es Sinn, dieses Weihnachtskonzert, eine Woche zuvor in der Provinz. Stille Nacht und Heilige Nacht, und wir hatten uns alle noch gewundert, weil doch Weihnachten nun wirklich schon viel zu lange her gewesen war. Doch da war dieser weihnachtliche Glanz in den Augen des Publikums und auch Maria durch ein Dornwald ging und mit das Schönste an dem Weihnachtskonzert war der Moment, in dem der Kollege mich hinwies auf den Schwenker, der da inmitten der Krippe vor uns stand. Nicht das Jesuskind war der Mittelpunkt, sondern der Schwenker, denn im Saarland wird geschwenkt und nicht gegrillt und er war sogar rot flackernd beleuchtet und mit zwei, drei Ringel Lyoner bestückt. Weihnachten 2, ja, eine Woche vor Silvester 2 und Neujahr 2, rückblickend machte es plötzlich doch noch Sinn, dieses verspätete Konzert.
Und demnächst steht uns ja der Valentinstag ins Haus, aber spätestens dann ist wohl Schluss mit diesen Doppelfesten und der fällt dann wohl einfach mal eher untern Tisch, würde ich sagen, dieser Valentinstag in diesem Jahr.

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