Dienstag, 4. Dezember 2007
"Oh vielen Dank, dann mach ich das selbst"
Mir wäre lieber gewesen, Sie hätte mich eine blöde Kuh genannt. Stattdessen diese eklig-ironische Danksagung.

In Ermangelung eines Rotzfensterchens und der emotionalen Härte des Vorfalls entsprechend geh ich dann also hier jetzt mal eine Runde kotzen schlage ich hier also nun den Weg ins Badezimmer ein...

Terminabsprachen sind immer so eine Sache. Ganz besonders natürlich in der Vorweihnachtszeit. Dennoch ließe sich alles wesentlich einfacher gestalten, wenn alle Beteiligten sich auf die drei möglichen Antworten beschränken würden:

a) geht
b) geht nicht
c) schwierig, aber eventuell machbar, ich sage bis zum Zeitpunkt xy noch Bescheid, ob a) oder b) zutreffend ist

Stattdessen fällt ständig Einer nach dem Andern aus der Rolle, in dem zusätzlich Begründungen vorgetragen werden, aus denen erkennbar sein soll, wie wichtig und triftig jetzt nun genau der Grund ist, aus dem man verhindert ist. Völlig unnötiges Geschwätz, das will ich alles gar nicht wissen, und schon gar nicht, wenn ich eh schon längst auf dem Sprung bin (auf mich wartete ein Gespräch über die weitere Schulkarriere meines Sohnes, aber das erwähnte ich nicht, denn meines Erachtens genügt es, wenn ich rechtzeitig bekannt gebe, wann ich weg muss, und ich muss und will niemandem meine Lebensgeschichte aufdrängen. Na ja, manchmal schon, aber nicht gerade dann, wenn eilige Terminabsprachen anstehen.) Also, jedenfalls hatte es mich gestern wieder mal ziemlich genervt, dass sich das Finden des nächsten Probentermins unnötig in die Länge zog. Schließlich legten wir einen Dienstag fest; da es sich hierbei um den letzten Schultag vor den Weihnachtsferien handelt, entschuldigte sich die Frau C., dass sie leider nicht zur gewohnten Uhrzeit könne, aber so etwa viertel nach elf könne sie eventuell schaffen. Die ungewohnte Uhrzeit stellte für Keinen von uns ein Problem dar und ich sagte, dass auch ich an besagtem Dienstag erst ab halb 12 Zeit hätte, und so legten wir den Termin auf Dienstag, halb 12 bis halb 2 fest.

Vorhin dann, ich war schon wieder auf dem Sprung, klingelte das Telefon. Bei meinem heutigen Sprung kam es nicht so sehr wie gestern auf sekundengenaue Pünktlichkeit an, also ging ich dran.
Es war die Frau C.

Sie überraschte mich mit der von ihrer Seite sehr erfreut vorgetragenen Neuigkeit, dass sich das mit ihrer Verpflichtung am letzten Schultag nun inzwischen erledigt hätte, und dass wir nun doch zur gewohnten und damit für uns Alle besseren Uhrzeit proben könnten. Hm, an meiner Verpfichtung hätte sich aber leider seit gestern nichts geändert, und es sei ihr wohl entgangen, dass ich ihren Terminvorschlag gestern mit den Worten bestätigte, dass auch ich erst ab halb 12 Zeit habe. Oh ja, dass habe sie tatsächlich in all dem Kuddelmuddel nicht mitgekriegt. Irgendwie schien sie sich in dem Strickzeug ihrer Selbstdarstellung verheddert und dabei übersehen zu haben, dass außer ihr noch drei weitere Personen an der Terminbesprechung teilnahmen.
Tja, dann bleibt es dann wohl jetzt doch bei der doofen Uhrzeit, stellte sie in fragendem Tonfall in den Raum. Ich bejahte.
Ob ich dann wohl die Anderen noch anrufen könne?
Wieso das?
Ja, weil sie hätte Ihnen die Änderung bereits schon mitgeteilt.
Ja, aber ich könne doch jetzt auch nichts dafür, dass sie erneut einen Zeitpunkt festsetzt, den ich gestern bereits abgelehnt habe. Und auch nichts dafür, dass ihr das im Eifer des Gefechts leider entgangen sei. Und es ist halt eben ihr Pech, dass sie ausgerechnet mich als letzte Position auf ihrer Anrufliste hatte, hab ich mir dann noch gedacht.
Und dann hat sie sich, wie eingangs bemerkt, ganz herzlich bei mir bedankt.

Und ich mich geärgert.
Über die Frau C.
Über Leute, die die einfachsten Regeln nicht beachten können.
Und über meinen Ärger.

Und plötzlich dann über meinen starren Gerechtigkeitssinn. Denn die Frau C. lädt sich oftmals Dinge auf, die sie für uns tut, und eigentlich wären die Telefonanrufe, die zwar auf einem Fehler beruhten, der nicht auf meinem Mist gewachsen war, nicht der Rede wert gewesen.
Ich glaube, ich werde die Frau C. anrufen. Ihr erklären, dass ich in dem Moment ihres Anrufes unter Zeitdruck stand und mich entschuldigen dafür, dass ich diese beiden lächerlichen Anrufe aus übertriebenem Gerechtigkeitssinn heraus nicht übernehmen wollte.

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Mittwoch, 28. November 2007
Generationen übergreifendes Telefonat, einseitig mitverfolgt
...Oma, also ich finde, so Kochshows sehn oft sehr lecker aus.....also jetzt nicht die, die kochen.....weil die sind ja eher immer so ganz alte Opas, gell?...

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Dienstag, 27. November 2007
Mit Mineralwasser in einem Männerfilm
Von links zogen vom Geruch der Käsesoße durchdrungene Nacho-Schwaden herüber. In der Reihe dahinter ließen sich Zwiebeln ausmachen. Es roch nicht nach diesen Zwiebelringen, aber wer schleppt schon kleingehackte Naturzwiebeln mit ins Kino und packt sie dort aus? Womöglich hat der sich noch nicht mal die Mühe mit dem Kleinhacken gemacht und beißt in eine ganze Zwiebel am Stück! Das markante Geräusch des Hineinbeißens jedoch fehlte, also dann doch wohl eher nicht.
Die Anhänger der Popcornfraktion hatten sich ein wenig weiter entfernt und zudem verstreut über den ganzen Saal niedergelassen. Die von ihnen produzierten Kaugeräusche waren dem Kruschpeln unserer Nacho-Nachbarn gegenüber vergleichsweise milde. Auch verströmten sie einen weitaus zarteren Duft.
Auch der Herr J. roch gut. Der saß rechts, eigentlich wäre das mein Platz gewesen. Doch er gönnte mir die Schnapszahl, also hatten wir getauscht. Wie die Reihe, so der Sitz, und zweimal die Sechs. Allerdings bestand er anschließend darauf, seine Ursprungskarte, also die mit den Zahlen drauf, auf denen ich gesessen hatte, behalten zu wollen. Als Andenken.

Das Stoffschwein sähe inzwischen reichlich verkeimt aus, war die erste Bemerkung des Herrn J. über mein neues Auto.

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Burg Frankenstein




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