... newer stories
Donnerstag, 10. Januar 2008
Die Flemm
violinista, 11:00h
Gestern Abend hatte sie mich beinahe unvorbereitet übermannt.
Während ich mir einen Fernsehfilm über Angstzustände und Zwangsneurosen ansah, schlich sie sich zunächst ganz langsam von der Seite her an mich heran. In vielerlei Hinsicht ging der Film mir nahe und die Charaktere berührten mich. Parallel dazu sinnierte ich über den aktuellen emotionalen Zustand meiner selbst.
Und dann war es schließlich so weit. Mit einem überlauten Buh! erschreckte sie mich dermaßen, dass ich noch nicht einmal mehr sagen konnte, aus welcher Ecke denn nun ganz genau sie gar so plötzlich hergekommen war.
Die Flemm hatte mir also wieder einmal einen Besuch abgestattet.
Der Saarländer versinkt nicht in Depressionen, er schert sich weder um die unterschiedlichen Mondphasen, noch kümmert ihn die zyklusbedingt veränderliche Zusammensetzung seiner Hormone.
"Isch hann die Flemm", verkündet er stattdessen kurzerhand und es wird weder dramatisiert noch analysiert. Die Flemm kommt und geht, diese Gewissheit verschafft dem Saarländer das nötige Maß an Beruhigung. Zudem sorgt sie, bedingt durch ihr hormonunabhängiges Wesen, für Emanzipation unter den Geschlechtern, und da weder Mond noch Sterne eine Rolle spielen, ist auch der Grad der esoterischen Neigung nebensächlich. Weniger wird die Flemm argwöhnisch wie eine hinterlistige und gefährliche Krankheit beäugt, sondern vielmehr wie ein manchmal zwar etwas aufdringlicher und unbequemer, aber mit der Zeit dennoch irgendwie liebgewonnener Hausgenosse aufgenommen. Auch dadurch wohnt ihr nur ein geringer Schrecken inne.
Bei mir schien sie im übrigen nur kurz auf der Durchreise gewesen zu sein. Als ich heute morgen erwachte, war sie längst bereits verschwunden. Noch nicht einmal im Badezimmer hatte sie Spuren hinterlassen.
Während ich mir einen Fernsehfilm über Angstzustände und Zwangsneurosen ansah, schlich sie sich zunächst ganz langsam von der Seite her an mich heran. In vielerlei Hinsicht ging der Film mir nahe und die Charaktere berührten mich. Parallel dazu sinnierte ich über den aktuellen emotionalen Zustand meiner selbst.
Und dann war es schließlich so weit. Mit einem überlauten Buh! erschreckte sie mich dermaßen, dass ich noch nicht einmal mehr sagen konnte, aus welcher Ecke denn nun ganz genau sie gar so plötzlich hergekommen war.
Die Flemm hatte mir also wieder einmal einen Besuch abgestattet.
Der Saarländer versinkt nicht in Depressionen, er schert sich weder um die unterschiedlichen Mondphasen, noch kümmert ihn die zyklusbedingt veränderliche Zusammensetzung seiner Hormone.
"Isch hann die Flemm", verkündet er stattdessen kurzerhand und es wird weder dramatisiert noch analysiert. Die Flemm kommt und geht, diese Gewissheit verschafft dem Saarländer das nötige Maß an Beruhigung. Zudem sorgt sie, bedingt durch ihr hormonunabhängiges Wesen, für Emanzipation unter den Geschlechtern, und da weder Mond noch Sterne eine Rolle spielen, ist auch der Grad der esoterischen Neigung nebensächlich. Weniger wird die Flemm argwöhnisch wie eine hinterlistige und gefährliche Krankheit beäugt, sondern vielmehr wie ein manchmal zwar etwas aufdringlicher und unbequemer, aber mit der Zeit dennoch irgendwie liebgewonnener Hausgenosse aufgenommen. Auch dadurch wohnt ihr nur ein geringer Schrecken inne.
Bei mir schien sie im übrigen nur kurz auf der Durchreise gewesen zu sein. Als ich heute morgen erwachte, war sie längst bereits verschwunden. Noch nicht einmal im Badezimmer hatte sie Spuren hinterlassen.
... link (6 Kommentare) ... comment
Sonntag, 6. Januar 2008
Wochenend und Sonnenschein, halbchronologisch
violinista, 21:20h
• Holzfällerhemdenträger wegen Nylonstrumpfhosenverdacht von der Beuteschemaliste entfernt.
• Vage Verabredung zum Gansessen mit dem Australier getroffen. Hachz.
• Kammermusikanfrage des Salzburgers. Bratsche spielen hier. Geige spielen in Salzburg wäre mir lieber.
• Fährte zu meinem Blog ausgelegt. Huch.
• Brunch. Ménage-à-trois-Fantasien an von älteren Damen besetztem Nebentisch genährt.
• Fabulösen Rotwein-Käse-Apfel-Nachtisch in Highheels genossen.
• Spaziergang am Fluss. Allein. Sonnenschein. Durchatmen. Glücksmoment.
• Badewanne. Wärmeflasche. Noch kein Massagetermin in Sicht.
• Tierarzt. Herr Sommer.
• Bett. Reinhard Mey.
• Seit langem mal wieder durch A.'s Straße gefahren.
• Verabredung zum Sushi-Essen getroffen.
• Schlittschuhlaufen halbwegs terminiert.
• Telefoniert. Gesungen. Nicht getanzt. A lot of english.
• Fest vorgenommen, mich zu langweilen. Gescheitert.
• Eindruck schindenden Header von Frau Dee gemacht bekommen. Und Favicon. Freude. Danke.
• Beim Schweinestall ausmisten Riesensauerei vor der Haustür gemacht. Brauche andere Technik.
• Tatort jetzt, und ich daheim. Das find ich fein. Ein schlechter Reim.
• Sternenklare Nacht.
Feddich.
• Vage Verabredung zum Gansessen mit dem Australier getroffen. Hachz.
• Kammermusikanfrage des Salzburgers. Bratsche spielen hier. Geige spielen in Salzburg wäre mir lieber.
• Fährte zu meinem Blog ausgelegt. Huch.
• Brunch. Ménage-à-trois-Fantasien an von älteren Damen besetztem Nebentisch genährt.
• Fabulösen Rotwein-Käse-Apfel-Nachtisch in Highheels genossen.
• Spaziergang am Fluss. Allein. Sonnenschein. Durchatmen. Glücksmoment.
• Badewanne. Wärmeflasche. Noch kein Massagetermin in Sicht.
• Tierarzt. Herr Sommer.
• Bett. Reinhard Mey.
• Seit langem mal wieder durch A.'s Straße gefahren.
• Verabredung zum Sushi-Essen getroffen.
• Schlittschuhlaufen halbwegs terminiert.
• Telefoniert. Gesungen. Nicht getanzt. A lot of english.
• Fest vorgenommen, mich zu langweilen. Gescheitert.
• Eindruck schindenden Header von Frau Dee gemacht bekommen. Und Favicon. Freude. Danke.
• Beim Schweinestall ausmisten Riesensauerei vor der Haustür gemacht. Brauche andere Technik.
• Tatort jetzt, und ich daheim. Das find ich fein. Ein schlechter Reim.
• Sternenklare Nacht.
Feddich.
... link (9 Kommentare) ... comment
Samstag, 5. Januar 2008
Na dann.
violinista, 15:05h
Nach einem vorzüglichen Mahl noch mit den letzten Schlucken Wein beschäftigt, war mir wieder einmal danach, ihn anzurufen.
Zunächst wünschten wir uns einen guten Morgen, viel gesunden Appetit und einen prima Start in den Tag. Mitten in der Nacht. Diesen speziellen Humor, ich will ihn mal finnisch nennen, haben der Herr J. und ich uns zu eigen gemacht im Laufe der Jahr(zehnt)e. Und da meine gestrige Suche nach einem echten skandinavischen Holzfäller ohne krönendes Abschlussereignis ergebnislos im Sande verebbte, kam er mir nun gerade Recht, dieser Humor.
Dem Frühstück folgte das Thema Abendessen und was für eine tolle Köchin ich doch mal wieder gewesen sei. Bio-Orangen fanden Erwähnung, und überhaupt, auch die Kinder seien so hervorragend erzogen. Nach meinem Beinahe-Zusammenbruch vorgestern hatte die Erstklässlerin sich nämlich zwei Tage nacheinander den Wecker auf 6 Uhr gestellt, um noch vor meinem Erwachen ein paar Dinge im Haushalt für mich zu erledigen. Vorgestern Spülmaschine ausräumen und da gestern auch der Viertklässler weitestgehend wieder von seiner Magen-Darm-Geschichte genesen war und zur tatkräftigen Hilfe bereitstand, kam zusätzlich noch das Abschmücken des Weihnachtsbaumes mit auf den Zettel der morgendlich zu verrichtenden Dinge.
Der Herr J. ließ daraufhin eine kleine Schalgeschichte seiner Nachkommenschaft vom Stapel. Es ist nämlich so, dass die J.-Sippe traditionell von mir mit wärmenden Dingen für die Winterzeit versorgt wird, und zum Dank erfahre ich dann immer ein wenig darüber, wie die J.'s all diese Gegenstände in ihr Leben integrieren. Der Herr J. selbst beispielsweise wird jetzt nie mehr so richtig schlimm krank, seit er seit ziemlich genau einem Jahr dieses von mir fabrizierte Etwas um seinen Hals drapiert, welches farblich so wunderbar mit seinem Haar und der immer wieder von mir still bewunderten Fliegerjacke harmoniert. Ja, und der kleine Herr J., der eigentlich ja aber ein Herr M. ist, der hat kürzlich ein seinem Alter entsprechendes, mit lustig bunten Motiven verziertes Gegenstück überlassen bekommen.
Die vollständige Schalgeschichte des Herrn J. in ihrer brillanten Komplexität hier nun in Gänze exakt wiederzugeben, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, daher belasse ich es nun ganz lapidar bei einer schlichten Erwähnung derselben.
Nebst finnischer Humorigkeit zeichnen sich die Treffen und Telefonate zwischen Herrn J. und mir durch ein weiteres, mit zuverlässiger Regelmäßigkeit wiederkehrendes Merkmal aus, und zwar werden von dem Herrn J. stets ein paar wenige Bemerkungen negativer Art über die Frau M. fallen gelassen. Ich höre mir die dann an und frage mich, ob dem Herrn J. wohl schon aufgefallen sein mag, dass sie von mir seit knapp einem Jahr kommentarlos genau in dem Raum stehen gelassen werden, in den er sie zu werfen pflegt, seine Bemerkungen. Oder möchte er etwa tatsächlich von mir hören, ach Herr J., hab ich dir nicht damals schon gesagt, dass sie sich nie ändern wird, dass sie sich nur gerade mal kurzfristig verbiegt, weil sie nicht ertragen kann, dich in anderen Armen zu wissen? Und dabei war ich noch nicht einmal eine Nebenbuhlerin im klassischen Sinne gewesen, die Frau M. hatte sich schließlich bereits schon lange vorher aus dem Staub gemacht. Und dass sie ihn nur so lange wertschätzen können wird, so lange da eine andere Frau in seinem Leben existiert, die es ihr vormacht, wie das geht mit der Wertschätzung, auch diese Vermutung habe ich damals schon geäußert, doch auch daran möchte er sicherlich jetzt nicht von mir erinnert werden.
All das spreche ich ihm gegenüber nicht aus. In meinem Kopf spuken diese Gedanken wild herum und sie sind meines Erachtens gut aufgehoben dort. Zumindest ihm gegenüber halte ich sie sorgfältig unter Verschluss, ihrer viel besungenen Freiheit gegenüber zum Trotz. Diese Dinge sind eben nun mal Dinge, auf die er schon selbst mal irgendwie alleine kommen muss. Irgendwann. Vielleicht auch nie.
Meine unausgesprochenen Gedanken schienen den Herrn J. ein wenig müde gemacht zu haben.
"Na, dann schlaf du dich mal aus."
"Und du bleib nicht mehr so lange in deinem Internet."
"Wieso? Hat mir bisher nie geschadet."
"Na dann. Bye-bye."
Zunächst wünschten wir uns einen guten Morgen, viel gesunden Appetit und einen prima Start in den Tag. Mitten in der Nacht. Diesen speziellen Humor, ich will ihn mal finnisch nennen, haben der Herr J. und ich uns zu eigen gemacht im Laufe der Jahr(zehnt)e. Und da meine gestrige Suche nach einem echten skandinavischen Holzfäller ohne krönendes Abschlussereignis ergebnislos im Sande verebbte, kam er mir nun gerade Recht, dieser Humor.
Dem Frühstück folgte das Thema Abendessen und was für eine tolle Köchin ich doch mal wieder gewesen sei. Bio-Orangen fanden Erwähnung, und überhaupt, auch die Kinder seien so hervorragend erzogen. Nach meinem Beinahe-Zusammenbruch vorgestern hatte die Erstklässlerin sich nämlich zwei Tage nacheinander den Wecker auf 6 Uhr gestellt, um noch vor meinem Erwachen ein paar Dinge im Haushalt für mich zu erledigen. Vorgestern Spülmaschine ausräumen und da gestern auch der Viertklässler weitestgehend wieder von seiner Magen-Darm-Geschichte genesen war und zur tatkräftigen Hilfe bereitstand, kam zusätzlich noch das Abschmücken des Weihnachtsbaumes mit auf den Zettel der morgendlich zu verrichtenden Dinge.
Der Herr J. ließ daraufhin eine kleine Schalgeschichte seiner Nachkommenschaft vom Stapel. Es ist nämlich so, dass die J.-Sippe traditionell von mir mit wärmenden Dingen für die Winterzeit versorgt wird, und zum Dank erfahre ich dann immer ein wenig darüber, wie die J.'s all diese Gegenstände in ihr Leben integrieren. Der Herr J. selbst beispielsweise wird jetzt nie mehr so richtig schlimm krank, seit er seit ziemlich genau einem Jahr dieses von mir fabrizierte Etwas um seinen Hals drapiert, welches farblich so wunderbar mit seinem Haar und der immer wieder von mir still bewunderten Fliegerjacke harmoniert. Ja, und der kleine Herr J., der eigentlich ja aber ein Herr M. ist, der hat kürzlich ein seinem Alter entsprechendes, mit lustig bunten Motiven verziertes Gegenstück überlassen bekommen.
Die vollständige Schalgeschichte des Herrn J. in ihrer brillanten Komplexität hier nun in Gänze exakt wiederzugeben, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, daher belasse ich es nun ganz lapidar bei einer schlichten Erwähnung derselben.
Nebst finnischer Humorigkeit zeichnen sich die Treffen und Telefonate zwischen Herrn J. und mir durch ein weiteres, mit zuverlässiger Regelmäßigkeit wiederkehrendes Merkmal aus, und zwar werden von dem Herrn J. stets ein paar wenige Bemerkungen negativer Art über die Frau M. fallen gelassen. Ich höre mir die dann an und frage mich, ob dem Herrn J. wohl schon aufgefallen sein mag, dass sie von mir seit knapp einem Jahr kommentarlos genau in dem Raum stehen gelassen werden, in den er sie zu werfen pflegt, seine Bemerkungen. Oder möchte er etwa tatsächlich von mir hören, ach Herr J., hab ich dir nicht damals schon gesagt, dass sie sich nie ändern wird, dass sie sich nur gerade mal kurzfristig verbiegt, weil sie nicht ertragen kann, dich in anderen Armen zu wissen? Und dabei war ich noch nicht einmal eine Nebenbuhlerin im klassischen Sinne gewesen, die Frau M. hatte sich schließlich bereits schon lange vorher aus dem Staub gemacht. Und dass sie ihn nur so lange wertschätzen können wird, so lange da eine andere Frau in seinem Leben existiert, die es ihr vormacht, wie das geht mit der Wertschätzung, auch diese Vermutung habe ich damals schon geäußert, doch auch daran möchte er sicherlich jetzt nicht von mir erinnert werden.
All das spreche ich ihm gegenüber nicht aus. In meinem Kopf spuken diese Gedanken wild herum und sie sind meines Erachtens gut aufgehoben dort. Zumindest ihm gegenüber halte ich sie sorgfältig unter Verschluss, ihrer viel besungenen Freiheit gegenüber zum Trotz. Diese Dinge sind eben nun mal Dinge, auf die er schon selbst mal irgendwie alleine kommen muss. Irgendwann. Vielleicht auch nie.
Meine unausgesprochenen Gedanken schienen den Herrn J. ein wenig müde gemacht zu haben.
"Na, dann schlaf du dich mal aus."
"Und du bleib nicht mehr so lange in deinem Internet."
"Wieso? Hat mir bisher nie geschadet."
"Na dann. Bye-bye."
... link (2 Kommentare) ... comment
... older stories