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Mittwoch, 29. April 2009
Der Tag des Allerweltsnamen
violinista, 00:30h
Also im Auto fing das an. Die Stimme des Navis beispielsweise, die trägt ja seinen Namen. Ich hatte die Wahl zwischen Kathrin und seiner Stimme, aber welche Frau will schon Kathrin? Diese so leicht erotische Stimmlage, das mag man als Mann vielleicht klasse finden, aber ich persönlich bevorzuge eher Frauen mit einer glockenklare Stimme und nicht so ein Gehauche, also hab ich mich dann doch für die Männerversion entschieden, auch wenn der Allerweltsname der gleiche ist, den auch der Exmann trägt. Immerhin wünscht er mir nun jedesmal eine gute Fahrt und weist mich darauf hin, doch bitte vorsichtig zu fahren. Ich weiß das zu schätzen. Die chinesische Kanadierin fuhr mit mir zur Probe. Sie fährt ja öfters mit mir und bei der letzten Fahrt war das Navi noch nicht da, also gab es eine kleine Vorstellungsrunde.
Angekommen in der Probe, ach hallo, da steht ja der Exmann in der Kirche, soso, er singt da also. Schön, schön. Lustig ist, dass so mancher mich dann bedauert und mir mitleidige Blicke zuwirft, aber ich finde das gar nicht schlimm, denn sein Gesang ist wirklich gut und da kann man es doch wesentlich schlechter treffen bei einem Konzert. Also, ich bin dann eigentlich eher froh. Also schon wieder der Allerweltsname. Nummer Zwei an diesem Tag.
Kommt dann diese Frau auf mich zu mit einer Liste. Adresse soll man eintragen, für die Steuer, und auch die Telefonnummer bitteschön, für den Sowieso. Sie können sich schon denken, wofür Sowieso hier steht. Bingo, Allerweltsname Nummer Drei. Und ich denk mir noch, wieso holt die sich meine Nummer bei mir, der Exmann hat die doch selbst, aber dann hat es auch bei mir klick gemacht, ach, den meint sie ja gar nicht, den Namen gibts ja öfter, das muss dann wohl der junge Dirigent sein, der einen eventuell ein weiteres Mal anheuern möchte.
Ich teile mein Verwirrnis meinem Hintermann mit, woraufhin er sich bei mir vorstellt, na raten Sie mal, mit welchem Namen?
Der Exmann hat nicht lang zu tun, das Orchester ist wie immer länger beschäfigt als die Sänger, drum verlässt er früh die Probe. Und kurze Zeit später eine SMS von Allerweltsname, ich möge doch bitte dem Fünftklässler morgen diesen wichtigen Zettel für die Schulbuchausleihe an die Schule bringen.
Der Pultnachbar macht noch schnell eine Verabredung klar mit meiner Mitfahrerin, ach ja, und er wüsste schon wo er sie abholen müsse, denn seine Exfreundin habe schließlich ein paar Häuser weiter gewohnt. Die mit dem Allerweltsnamen, weibliche Version.
Gut, dass meine Mutter Wert darauf legte, mich mit einem ganz besonderen Vornamen auszustatten.
Angekommen in der Probe, ach hallo, da steht ja der Exmann in der Kirche, soso, er singt da also. Schön, schön. Lustig ist, dass so mancher mich dann bedauert und mir mitleidige Blicke zuwirft, aber ich finde das gar nicht schlimm, denn sein Gesang ist wirklich gut und da kann man es doch wesentlich schlechter treffen bei einem Konzert. Also, ich bin dann eigentlich eher froh. Also schon wieder der Allerweltsname. Nummer Zwei an diesem Tag.
Kommt dann diese Frau auf mich zu mit einer Liste. Adresse soll man eintragen, für die Steuer, und auch die Telefonnummer bitteschön, für den Sowieso. Sie können sich schon denken, wofür Sowieso hier steht. Bingo, Allerweltsname Nummer Drei. Und ich denk mir noch, wieso holt die sich meine Nummer bei mir, der Exmann hat die doch selbst, aber dann hat es auch bei mir klick gemacht, ach, den meint sie ja gar nicht, den Namen gibts ja öfter, das muss dann wohl der junge Dirigent sein, der einen eventuell ein weiteres Mal anheuern möchte.
Ich teile mein Verwirrnis meinem Hintermann mit, woraufhin er sich bei mir vorstellt, na raten Sie mal, mit welchem Namen?
Der Exmann hat nicht lang zu tun, das Orchester ist wie immer länger beschäfigt als die Sänger, drum verlässt er früh die Probe. Und kurze Zeit später eine SMS von Allerweltsname, ich möge doch bitte dem Fünftklässler morgen diesen wichtigen Zettel für die Schulbuchausleihe an die Schule bringen.
Der Pultnachbar macht noch schnell eine Verabredung klar mit meiner Mitfahrerin, ach ja, und er wüsste schon wo er sie abholen müsse, denn seine Exfreundin habe schließlich ein paar Häuser weiter gewohnt. Die mit dem Allerweltsnamen, weibliche Version.
Gut, dass meine Mutter Wert darauf legte, mich mit einem ganz besonderen Vornamen auszustatten.
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Sonntag, 26. April 2009
Tatort
violinista, 19:25h
Anlässlich des Tatorts, der heute ausgestrahlt wird, fällt mir ein, dass der, den wir vor einem Jahr gedreht haben, mittlerweile ja auch längst gesendet wurde und da denke ich, dass ich die Bilder jetzt auch zeigen darf. Die von unter Tage. Von vor einem Jahr.








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Weil ich weiß, dass du hier liest
violinista, 19:05h
Legitim, dass du hier liest. Aber auch legitim, dass ich sehe, dass du es tust.
Habe heute Fotos geguckt. Und verstehe immer noch nicht. Und es tut immer noch weh. Verstehe deine Zweifel nicht. Denn es war schön, wenn wir zusammen waren, so schön. Deine Zweifel an mir und meiner Treue und meiner Ehrlichkeit. So ein Mist, so ein Quatsch. Diese Liebe war so groß, so echt, warum hätte ich sie mit Füßen treten sollen? Aber das hast letztlich du getan.
Habe heute Fotos geguckt. Und verstehe immer noch nicht. Und es tut immer noch weh. Verstehe deine Zweifel nicht. Denn es war schön, wenn wir zusammen waren, so schön. Deine Zweifel an mir und meiner Treue und meiner Ehrlichkeit. So ein Mist, so ein Quatsch. Diese Liebe war so groß, so echt, warum hätte ich sie mit Füßen treten sollen? Aber das hast letztlich du getan.
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Samstag, 25. April 2009
Zugabe
violinista, 04:03h
So richtig sicher kann man sich ja nie sein, dass sie wirklich eine wollen. Also alle jetzt. Selbst wenn einer ruft. Können ja doch alle andern eigentlich schon nach Hause wollen. Spielt man dann aber trotzdem noch eine. Und noch eine. Wobei, wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir diese zweite jetzt dann doch eher weggelassen. Beziehungsweise die erste, denn die zweite ist die bessere. Die mit den vielen Geräuschen. Hinterm Steg ganz nah am Saitenhalter schaben. Macht Spaß und muss bei Tango manchmal sein. Klingt wie Ernie-Lachen, nur rhythmischer. Hab ich als Kind mal gemacht. Mir dieses Ernie-Lachen angewöhnt. Das kam dann immer. Also auch, wenn ich ganz normal lachen musste. Das kam dann automatisch. Muss meine Umwelt tierisch genervt haben. Musste mir das regelrecht wieder abgewöhnen, als es anfing, mich selbst zu nerven.
Der Typ ganz hinten an der Wand. Ihm scheint das Konzert gefallen zu haben. Ob er uns wohl erkannt haben mag? Ob ihm bewusst ist, dass er knapp zwei Stunden zuvor fassungslos neben meinem Auto in der Fußgängerzone stand und mich durch die Scheibe hindurch anblaffte? Leider konnte ich mich ihm nicht näher widmen, musste ich doch tunlichst aufpassen, keinen Passanten über den Haufen zu fahren. Schönstes Wetter und die Eiscafés dicht besiedelt und nicht nur die. Auch die vielen kleinen Läden luden zum Feierabendshopping ein. Und wir mittendrin. "Die Route beginnt oder endet in einer Fußgängerzone." Ja prima, aber müssen wir denn da tatsächlich mittendurch? Ist ja nett, dass man diese Information bekommt, aber warum hatte ich nicht die Möglichkeit, ein Veto einzulegen? Vielen Dank für diese Information, aber ich hätte dann doch gerne, dass die Route kurz vor dem Ziel endet und würde den Rest lieber zu Fuß bestreiten. Aber ich will nicht meckern, ich mag das Ding und es ist mir ja auch erst vor kurzem zugelaufen gewissermaßen und wir müssen uns nur ein wenig besser kennenlernen, das Navi und ich, so scheint es. Mitten durch die Fußgängerzone. Also jetzt nicht nur mal kurz eben gestreift. Nein, mittendurch. Und über den schönen Platz mit all den Eiscafés. Und zu Fuß nachher dann nochmal da durch. Da haben dann wieder alle geguckt. Ob die uns erkannt haben? Hey, das sind doch die, die eben mit dem Auto hier durch sind! Mitten durch die Fußgängerzone! Oder ist es nur wegen den Kästen gewesen, dass die so guckten? Weil wir damit wirken wie Wesen aus einer längst vergangenen Zeit? Leute, ihr täuscht euch, möchte ich rufen, zu Hause habe ich Internet und um die Ecke parkt mein Auto und da drin ist sogar ein Navigationsgerät, und das sagt mir sogar, wenn ich zu schnell fahre und bei der Stimme habe ich die Wahl zwischen einem Mann und einer Frau. Ich habe mich für den Mann entschieden. Gut, ok, verbesserungswürdig noch die Sache mit der Fußgängerzone, aber dennoch, ganz am Puls der Zeit.
Und jetzt, Achtung, wieder Ernie-Lachen, rhythmisch, auf den Punkt und hinterm Steg geschabt. Mädel, jetzt pass auf und bleib mal bei der Sache, sonst fliegste doch noch aus der Kurve, so kurz vor Schluss. Ganz nah am Saitenhalter, rhythmisch, auf den Punkt.
Der Typ ganz hinten an der Wand. Ihm scheint das Konzert gefallen zu haben. Ob er uns wohl erkannt haben mag? Ob ihm bewusst ist, dass er knapp zwei Stunden zuvor fassungslos neben meinem Auto in der Fußgängerzone stand und mich durch die Scheibe hindurch anblaffte? Leider konnte ich mich ihm nicht näher widmen, musste ich doch tunlichst aufpassen, keinen Passanten über den Haufen zu fahren. Schönstes Wetter und die Eiscafés dicht besiedelt und nicht nur die. Auch die vielen kleinen Läden luden zum Feierabendshopping ein. Und wir mittendrin. "Die Route beginnt oder endet in einer Fußgängerzone." Ja prima, aber müssen wir denn da tatsächlich mittendurch? Ist ja nett, dass man diese Information bekommt, aber warum hatte ich nicht die Möglichkeit, ein Veto einzulegen? Vielen Dank für diese Information, aber ich hätte dann doch gerne, dass die Route kurz vor dem Ziel endet und würde den Rest lieber zu Fuß bestreiten. Aber ich will nicht meckern, ich mag das Ding und es ist mir ja auch erst vor kurzem zugelaufen gewissermaßen und wir müssen uns nur ein wenig besser kennenlernen, das Navi und ich, so scheint es. Mitten durch die Fußgängerzone. Also jetzt nicht nur mal kurz eben gestreift. Nein, mittendurch. Und über den schönen Platz mit all den Eiscafés. Und zu Fuß nachher dann nochmal da durch. Da haben dann wieder alle geguckt. Ob die uns erkannt haben? Hey, das sind doch die, die eben mit dem Auto hier durch sind! Mitten durch die Fußgängerzone! Oder ist es nur wegen den Kästen gewesen, dass die so guckten? Weil wir damit wirken wie Wesen aus einer längst vergangenen Zeit? Leute, ihr täuscht euch, möchte ich rufen, zu Hause habe ich Internet und um die Ecke parkt mein Auto und da drin ist sogar ein Navigationsgerät, und das sagt mir sogar, wenn ich zu schnell fahre und bei der Stimme habe ich die Wahl zwischen einem Mann und einer Frau. Ich habe mich für den Mann entschieden. Gut, ok, verbesserungswürdig noch die Sache mit der Fußgängerzone, aber dennoch, ganz am Puls der Zeit.
Und jetzt, Achtung, wieder Ernie-Lachen, rhythmisch, auf den Punkt und hinterm Steg geschabt. Mädel, jetzt pass auf und bleib mal bei der Sache, sonst fliegste doch noch aus der Kurve, so kurz vor Schluss. Ganz nah am Saitenhalter, rhythmisch, auf den Punkt.
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